Gedicht des Monats

Januar

 

Winternacht

 

Verschneit liegt rings die ganze Welt,

Ich hab nichts, was mich freuet,

Verlassen steht der Baum im Feld,

Hat längst sein Laub verstreuet.

 

Der Wind geht nur bei stiller Nacht

Und rüttelt an dem Baume,

Da rührt er seinen Wipfel sacht

Und redet wie im Traume.

 

Er träumt von künftger Frühlingszeit,

Von Grün und Quellenrauschen,

Wo er im neuen Blütenkleid

zu Gottes Lob wird rauschen.

 

 

Joseph von Eichendorff (1788 - 1857)

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