Multiple Sklerose und die Darmflora

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MS ist eine Autoimmunerkrankung, verursacht durch fehlgeleitete Immunzellen. Statt uns vor In­fektion und Krebs zu schützen, greifen sie das körpereigene Nervensystem an. Das Gehirn ist jedoch das am besten geschützte Organ unseres Körpers und wird unter anderem durch die Bluthirnschranke vom Blutkreislauf abgeschottet. Diese überwacht streng die Ein- und Ausfuhr von Zellen und Molekülen. Wie gelingt es da den autoaggressiven Immunzellen in diesen „Hochsi­cherheitstrakt“ einzudringen?

Überraschenderweise kommen solche Zellen in jedem gesunden Immunsystem vor, wo sie leb­enslang in einem Ruhezustand verweilen, ohne je Schaden anzurichten. Erst durch einen starken, abnormalen Reiz werden diese „Schläfer“ geweckt und angeregt, ihr aggressives Potenzial zu entfalten. Daraufhin treten sie eine komplizierte Reise durch das Immunsystem an auf der sie lernen, die Bluthirnschranke zu überwinden, das Hirngewebe anzugreifen und letztendlich das Krankheitsbild der MS zu verursachen. Die entscheidende Frage blieb über die Jahre allerdings offen: Wie und wo erfolgt die erste Aktivierung der ruhenden Immunzellen? Nach Jahrzehnten der Forschung steht nun unerwartet die Darmflora unter Verdacht. Wie diese Erkenntnis reifte,

welche Einzelheiten des Geschehens wir heute kennen und welche Konsequenzen für

den Patienten sich daraus ergeben, ist Gegenstand dieses Vortrags.

 

Vortragsreihe: Wissenschaft für Jedermann, Forschung am Campus Martinsried

TitelMultiple Sklerose und die Darmflora

Sprecher: Prof. Dr. Dr. h.c. Hartmut Wekerle, Max-Planck-Institut für Neurobiologie

Datum: Dienstag, den 05. Februar 2019

Veranstaltungsort: Großer Hörsaal der Martinsrieder Max-Planck-Institute, Am Klopferspitz 18, 82152 Martinsried

Beginn: 19:00 Uhr, kostenlos

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